Schmodder …oder: warum ein AGR-Ventil nichts taugt!

Von admin|25. Februar 2021|OLO´s Corner|0 Kommentare

Nach dem einigermaßen sauberen Umrüsten des Komposter, dachte sich dat Käthe: Enough is not enough. Wir machen jetzt mal weiter und gucken, wo wir noch wat rumfriemeln können.

Gesagt, getan. Nach einem kurzen Blick in den Motorraum war klar welcher Schritt als nächstes kommen würde. Die Abgasrückführung ist in sämtlichen Foren und auch auf vielen Treffen ein viel diskutiertes Thema. Dementsprechend muss sich dat Käthe ja auch mal diesem Thema widmen. Passt auch zu dem vorigem. Der Schmodder, welcher im Ansaugkanal vorhanden sein soll, hat ja eine gewisse Ähnlichkeit wie der aus dem Kotflügel. Schließlich ist das auch eine Art Kompost, wenn auch aus nicht verbranntem Öl, oder so…

War dann ja auch nicht schwer, die paar Anbauteile abzunehmen. Als die kleine Brücke mit dem Abgasrückführungsventil dann ausgebaut war, war klar: Ups, da drin muss mal richtig sauber gemacht werden. Was zur Folge hat, dass der Ansaugkrümmer auch losmuss, um diesen zu reinigen.

Nichts leichter als das. Dachte ich… Man kommt nach kurzen Vorarbeiten nämlich fast überall dran. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nur nicht welche Bedeutung das Wort „Fast“ in dieser Situation hatte. Eine ziemlich große wie sich nachher herausstellte.

Als erstes studiert man als eingesessener T4 Fahrer ja das T4 Wiki (googelt mal, ist echt super). Gute Vorbereitung ist einfach alles. Durchgelesen, Ersatzteile bestellt und los. Das war die Devise. Dann kam der Moment mit dem allzeit bewerten Inbusschlüssel. Dieser hatte (hatte) bis zu diesem Zeitpunkt ein Art Kugel an der kurzen Seite, welche ein einfacheres Einführen in die Schraube ermöglichen soll, oder so… Was diese in dem Moment tatsächlich ermöglichte, war das perfekte Abscheren an der durch die Kugel vorhandenen Sollbruchstelle.

Bähm… Das wars denn erstmal. Es war ja nicht nur so dass dieser olle Inbusschlüssel jetzt einfach nur abgeschert war, sondern auch das dieses an einer Stelle passierte, an welcher man nur mit siamesischen T-Fingern herankommt.

Glaubt mir, Käthe hat alles probiert. Alles was nur geht, oder wie (nennen wir ihn mal) Carsten es nennt: Alles was es nur SCHLIMMER macht.

Die Schraube wurde bei jedem Versuch gnaddeliger. Auf die Idee einen Magneten zu organisieren, um zu versuchen den abgerissenen Gnubbel aus der Schraube zu entfernen bin ich halt nicht gekommen.
Dann viel mir der besagte Carsten ein, der hat Ahnung von Autos, weigert sich aber im Normalfall an Autos zu schrauben welche nicht aus München kommen. Als guter Mensch erkannte er aber Käthes Not und versprach ihm zu helfen. Ich habe ihm dann nach jedem Versuch meinerseits ein Foto zukommen lassen, wie der Stand der Dinge ist. Beim letzten Foto bekam ich die Anweisung mal so gar nichts mehr zu machen und dem Käthe wurde verboten sich der Schraube in einem Umkreis von 100cm zu nähern.

An einem der darauffolgenden Abende kam dann der Carsten und versuchte sein Glück. Ich möchte nicht wissen was er gedacht hat, nachdem er das Desaster gesehen hat. Aber jeder der ihn kennt, weiß das er eine Art Grundhöflichkeit besitzt, nicht so eine Schnodderfresse wie dat Käthe.

Voller Geduld versuchte er die Schraube zu lösen. Als ihm das nach ein paar Ansätzen nicht so recht gelang, habe ich ihn mehrmals darauf hingewiesen, das er auch aufhören könne. Mein Gott, der Motor hat jetzt 330.000km mit dem Schmodder gelebt, dann wird er das wohl die nächsten 330.000km auch noch schaffen.

Aber irgendwie reagiert Carsten nicht auf meine Worte. Hmm, wie soll man einen Kerl, der es schafft eine harmlose Inbusschraube wie ein Kunstwerk eines übergeschnappten Designers aussehen zu lassen auch ernst nehmen. Der Mann hatte einen Willen die Schraube zu lösen. Ihr könnt es euch nicht vorstellen. Das zeichnet einen passionierten Schrauber auch irgendwie aus. Cool.

Irgendwann riefen seine Kinder zum Abendessen und er musste, zunächst erfolglos, den Saal verlassen. Aber nicht für lange, nach etwa einer Stunde war er wieder da. Käthe hat in der Zeit auch vorsichtshalber nichts angefasst. Dann schaute Carsten sich das Ganze noch einmal an, nahm eine Gripzange – welche er aus dem Werkzeugregal seines Vaters organisiert hatte – setzte diese an – und: KNACK.

Tolle Wurst, dachte ich innerlich, jetzt ist die Schraube entweder abgerissen oder die Zange ist abgerutscht und das ganze blieb erfolglos. Aber nichts von alle dem. Was passiert war zeigte sich an dem passionierten Schrauber selbst ab: Er tanzte fast durch Käthes Schuppen und rief laut: „Jetzt kannst Du mich feiern!“

Das tat ich dann auch. Wie bei Käthe üblich beschimpfte ich ihn erst einmal mit allen Worten, die mir so einfielen. Warum? Weiß ich auch nicht. So ist Käthe (leider), alle die etwas (wesentlich) besser können als er werden halt beschimpft. Corona bedingt konnte ich den Menschen leider nicht umarmen. Aber durch eine Umarmung in Form von kubanischen koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken konnte ich dann einiges gut machen.

Man habe ich mich gefreut.

Dann ging alles ganz schnell: Der Krümmer wurde zusammen mit dem Abgasrückführungsventil zum Ultraschallreinigen gebracht und ein paar Tage später (jetzt weiß Käthe ja, wie es geht) wieder eingebaut. Ein paar neue Dichtungen, wovon eine jetzt so ziemlich dicht ist, ein paar neue Schrauben und ein paar neue Filter wurden dem ganzen dann auch noch spendiert.

Nach einer Probefahrt stellte sich heraus das die Kiste super lief und alles fand ein gutes Ende.

 

Was hat sich danach getan?

  • Solch eine coole Knarre wie Carsten muss ich auch haben. Bestellt.
  • Keinen Magneten, um etwas aus dem Motorraum zu fischen? Bestellt.
  • Es gibt verschiedene Magneten? Bestellt.
  • Keine vernünftigen Verlängerungen für die Knarre? Bestellt?
  • Verlängerungen gibt es in verschieden Zoll Größen? Bestellt?

Nur wenn ich noch mal eine vernünftige Gripzange brauche, dann gehe ich noch mal zu Carsten. Oder vielleicht lieber zu seinem Vater…?

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